Planungskonzeption zur neuen Trauerhalle und Friedhofsgestaltung

Friedhofskapelle

Trauerhalle und Friedhofsgestaltung  

 

Entwurf: 01/2010

Baubeginn: voraussichtlich 20?8  

Fertigstellung: voraussichtlich 20?9   

Bauherr: öffentlich, Gemeinde Biederitz 

Entwurfsverfasser: Axel Teichert, Fabian Schulz    

 

Der Entwurf sieht einen Ersatzneubau der Friedhofskapelle mit mindestens 80 Sitzplätzen in dem südwestlich gelegenen, bisher noch ungenutzten Teil des Friedhofs vor.


Eine neue ausgeprägte Platzgestaltung entsteht um den zentral arrangierten Gedenkstein, der die Eingangssituation zum Friedhof würdevoll markiert. Die neue Kapelle hingegen wird aus der Sichtachse herausgenommen und orientiert sich nun zum gestalteten Platz des Denkmals.


Um diese Denkmalanlage herum ist der Weg kreisförmig angelegt. Die Wegeführung weitet sich auf der einen Seite zum westlich gelegenen Vorplatz der Kapelle auf und führt auf der anderen Seite östlich am Gedenkstein vorbei als Hauptweg auf den Friedhof. Eine Orientierung und klare Trennung von Friedhofsbesuchern und Trauergästen wird ermöglicht.


Der Neubau der Friedhofskapelle bildet den nördlichen Abschluss der neu angelegten Fläche für die Urnengemeinschaftsgrabstätte auf dem bisher ungenutzten Teil in der Südwestecke des Friedhofs. Diese besondere Grabstätte erhält einen eigenständigen Charakter in Form einer roten Klinkermauer mit regelmäßigen Wandvorlagen. In den so entstehenden Nischen sind dekorative Natursteinplatten senkrecht anzubringen, auf denen die Namen der hier bestatteten Personen aufgeführt werden. Die Wand dient nicht nur der in diesem Bereich noch fehlenden Friedhofseinfriedung, sondern umschließt gemeinsam mit der in gleichem Material gestalteten Kapelle einen ganz besonderen Freiraum der Ruhe und Besinnung. Acht Kugelrobinien auf einer Rasenfläche bilden hierzu den „Hain der Stille“, unter dem der Besucher ausruhen und in sich gehen kann.


Das Motiv der mit Wandtafeln bestückten Friedhofsmauer orientiert sich an dem bereits bestehenden Teil der gemauerten Einfriedung am westlichen Rand des Friedhofs.


Die neue Friedhofskapelle stellt mit ihrer roten Ziegelfassade bewusst den Bezug zur ursprünglichen Kapelle her, denn ein Friedhof ist immer auch ein Ort der Erinnerung. Der Neubau strahlt in seiner gestreckten, einfachen Form und sehr schlichten Gestaltung Ruhe, Kraft und Dauerhaftigkeit aus. Das verlängerte Hauptdach und die ebenfalls herausgezogene Wand beziehen den Vorbereich in das Geschehen im Inneren mit ein.

Schmale Glasbänder markieren die senkrechte Dreiteilung der Eingangsfassade, deren mittlerer Giebel durch eine Holzverkleidung abgesetzt ist.


Dieses Motiv leitet sich aus der sakralen Formsprache ab und betont die vertikale Proportion, die auch im Innenraum unter dem offenen gestalteten Satteldach spürbar ist. Hinter dem Aufbahrungsbereich wiederholt sich die Gliederung des Eingangs. Hier jedoch werden die satinierten Glasbänder vom Vorbereitungsraum aus hinterleuchtet. Die Lichtwirkung im Innenraum erhält zusätzliche Farbimpulse durch die seitlich angeordneten schmalen und farbig kunstvoll gestalteten Fensterbänder.

Hinter dem Aufbahrungsbereich befindet sich der Vorbereitungsraum für das Bestattungszeremoniell. Er ist für die Besucher nicht erahnbar, denn die Verbindungstüren sind durch die einheitliche Holzverkleidung praktisch nicht zu erkennen, und die weiß hinterleuchteten Glasbänder suggerieren eine Gebäudeaußenwand.

Ergänzt wird die Kapelle am hinteren Ende durch einen Abstell- und Technikraum sowie ein kleines WC für Gemeindearbeiter, Friedhofsgärtner oder auch Besucher.


Die Trauergemeinde durchschreitet beim Betreten des Friedhofs eine durch zwei Wandscheiben gebildete Torsituation. Die vorgezogene Außenwand der Kapelle wird noch durch eine Fortsetzung unmittelbar hinter dem Gedenkstein ergänzt. Dieses Stück Wand bildet auch einen wirkungsvollen Rahmen für den Stein und die davor im Rondell arrangierten Pflanzen und Blumen.


Der Friedhof wird in Nord-Süd-Richtung von einem gepflasterten Hauptweg durchquert. Seine leicht kurvig gestalteten Ränder setzen sich bewusst von den geradlinig verlaufenden Nebenwegen ab. In der Mitte des Hauptweges entsteht noch einmal ein Rondell um dem dort bestehenden Baum und einer schattigen Sitzgelegenheit.

Das kleine Rondell an der „Grünen Wiese“ wird ein weiterer Ruhepunkt des Friedhofs im Schatten eines Baumes und mit Blick auf eine würdige Grabstätte sein.