Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum Berlin-Mitte

Zentrale Universitätsbibliothek mit Computer- und Medienservice 
offener Realisierungswettbewerb 03/2004 - 2. Runde
Auslober: Humboldt-Universität zu Berlin
 

Der Baukörper des Gebrüder-Grimm-Zentrums gliedert sich in zwei massiv und geschlossen ausgebildete „Wissensspeicher“ und eine offene und durch Leichtigkeit geprägte Kommunikationszone.


Das Volumen bildet einerseits nach außen einen kraftvollen Abschluss der bestehenden Bebauung und orientiert sich andererseits nach innen an den Proportionen der Berliner Blockbebauung.

Während in den monolithischen Speichern das Wissen gelagert und aufbereitet wird, entwickelt sich im dazwischenliegenden Spannungsfeld eine Zone der Wissensverarbeitung und der Kommunikation. Der großzügig offene Eingangsgiebel fördert die „Durchblutung“ des Zentrums mit Benutzern, die auf den scheinbar im Raum schwebenden und wie durch Ganglien mit den Speichern verbundenen Ebenen für einen regen Datentransfer und Informationsaustausch sorgen.

Die Leseplätze sind am Rande der Kommunikationszone ähnlich einer Bienenwabe aufgestellt. Sie sind in ihrer transluzenten Ausführung zwar Rückzugsbereich, jedoch kein Versteck. Zur gläsernen Außenfassade hin befindet man sich dort in Loggien, kleinen „Appartements“, die je nach Bedarf auch zusätzlich durch leichte Glasschiebewände abgeschlossen werden können.

Die beiden Monolithen sind Stahlbetonkonstruktionen mit vorgehängter Natursteinfassade aus poliertem indischem Orissa (Gneis), der mit seiner blaugrauen Farbgebung zwar die gewünschte Eigenständigkeit des Bauwerks sicherstellt, aber durch die beigefarbenen Anteile gleichermaßen eine Annäherung an die umgebende Bebauung erreichen kann.

Das verglaste Dach gliedert sich in die unterspannten Querträger und die daraufliegenden Hauptpfetten, auf denen wiederum die zu Reinigungszwecken begehbare Glaskonstruktion lagert.

Die verschiedenen Ebenen der Kommunikations- und Lesezone werden als Stahlträgerroste mit transluzenten Glasausfachungen ausgeführt und liegen auf den schräg verlaufenden Verbindungsstegen aus unterspannten Trägern auf.

Die beiden vertikalen Glasfassaden nehmen die anfallenden Windkräfte sowie die Vertikallasten über ein hinterspanntes Trägersystem auf.