Lutherweg Eisleben, IBA Stadtumbau 2010
Wettbewerb 09/2007, - 2. Preis
Thema: Luther und die deutsche Sprache
Titel: "Tischreden"
in Zusammenarbeit mit Prof. R. Niebergall

Viele Aussprüche Luthers, meist überliefert in den von seinem Weggefährten Georg Rörer niedergeschriebenen Tischreden, haben Eingang in den deutschen Sprachschatz gefunden. Bei der Verwendung geflügelter Worte, wie „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ oder „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.“, ist uns kaum bewusst, dass sie von Luther stammen. Ein langer Tisch in Assoziation zu den „Tischreden“ bildet den Kern des Konzepts. In seiner weißen, gewellten Form ist er mehr Tischtuch als Tisch, kann aber auch an Wortfahnen erinnern, wie sie auf alten Stichen der Lutherzeit zu finden sind, oder an Bänder von Papier, die durch Druckwalzen laufen. Auf dem Tisch sind Sprüche und Gedanken Luthers appliziert „geflügelte Worte“ ebenso, wie kurze Weisheiten oder auch Dummheiten. Läßt man sich am Tisch nieder, regen sie zum Gespräch an. Sprache muss im Gespräch gelebt werden! Die Bewegung des Tisches und der Bänke zu seinen Seiten erlaubt unterschiedliche Gesprächssituationen. Das Gegenüber am Tisch in der Gruppe, zwanglos stehend, auf Barhockern tuschelnd, oder entspannt zurückgelehnt mit übergeschlagenen Beinen auf der Bank im intimen Zwiegespräch.